Das sagenumwobene Diamanten-Sperrgebiet in Namibia - Teil 3

Artenreichen Flora und Fauna

Der 26.000 km2 große Sperrgebiet-Nationalpark wurde 2008 gegründet und 2012 in Tsau-//Khaeb-(Sperrgebiet)-Nationalpark umbenannt, wird aber weiterhin einfach Sperrgebiet genannt. Durch seine Abgeschiedenheit und das einhundert Jahre bestehende Zutrittsverbot für Unbefugte konnte hier ein einzigartiges Biosystem erhalten werden, das heute mit seiner artenreichen Flora und Fauna beeindruckt:

 

- Die Oryx-Athilope. Sie ist das Wappentier Namibias und perfekt an das Leben in der Wüste angepasst.

- Die braune Hyäne ist eine seltene Hyänenart, die auch Strandwolf genannt wird. - Der Ohrengeier ist mit einer Spannweiter von bis zu 2,90 Metern der größte afrikanische Geier und vom Aussterben bedroht.

- Der afrikanische Pinguin ist der einzige in Afrika brütende Pinguin.

- Die Ohrenrobben leben in riesigen Kolonien an der Südwestküste.

- Die Wildpferde von Grub kommen täglich zweimal zu einer bestimmten Wasserstelle nördlich der B4.

- Sidewinder Schlangen und Radspinnen (auch Tanzspinne genannt) leben hier.

- Viele endimische Pflanzen wachsen in der Namib. Hoodia gordonii wurde von den Buschleuten als hungerstillendes Mittel verwendet. Diese und weitere Sukkulenten und einige Aloe-Arten können in der extrem trockenen und heißen Namib-Wüste überleben.

 

Touristische Ziele im Sperrgebiet

Lost Places wie die verlassenen Geisterstädte im namibischen Sperrgebiet üben eine magische Anziehungskraft auf moderne Abenteurer aus. Die Gründung des Nationalparks und vorsichtige Öffnung für Touristen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Sperrgebiet immer noch strenge Sonderregelungen gelten. Diese solltest Du unbedingt beachten und nicht auf eigene Faust losziehen. Die bekannteste Geisterstadt Kolmanskop ist am einfachsten zu besuchen. Sie liegt direkt an der asphaltierten B4 und ist von Lüderitz aus in 15 Minuten mit dem Auto zu erreichen. Für die Teilnahme an einer der vormittags angebotenen geführten Besichtigungen genügt eine Zutrittserlaubnis, die Du direkt am Eingang erwerben kannst. Freu Dich auf die mystische Atmosphäre und einmalige Fotos dieser verlassenen Stadt. Der Wind pfeift ungehindert durch leere Fensterhöhlen und lagert stetig wachsende Sanddünen im Inneren der einst prächtigen Gebäude ab. Trotzdem lassen sich der frühere Glanz und das pulsierende Leben mitten in der Wüste noch erahnen. Nach Elizabethbay, Pomona, Grillenthal und Bogenfels werden geführte Tagesausflüge angeboten. Wir empfehlen Dir, Dich so einer Tour anzuschließen, denn für den Besuch dieser Orte benötigst Du eine Genehmigung, die mehrere Tage vorher beantragt werden muss. Außerdem ist die Tour durch die Wüste dermaßen kräftezehrend, dass Du froh sein wirst, nicht selbst ein Auto lenken zu müssen.

 

Beliebte Fotomotive

In Pomona sind einige der verlassenen Häuser so gut erhalten, dass Du Dich wie auf einer Zeitreise fühlen wirst. Diverse Einrichtungsgegenstände wurden zurückgelassen. Eine Zeitung von 1939 ist zwar vergilbt, dank des Wüstenklimas aber noch gut erhalten. Wenn Du Dich rechtzeitig anmeldest, kannst Du in Pomona sogar in einem der alten Häuser übernachten. Das Angebot wird vor allem von passionierten Fotografen genutzt, um die besonderen Lichtverhältnisse bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang einzufangen. Bogenfels ist ebenfalls eine Geisterstadt, beeindruckt aber vor allem mit einer natürlich entstandenen Sehenswürdigkeit. Ein 55 Meter hoher, wie eine Brücke geformter Kalksandsteinfelsen direkt an der Küste des Atlantik ist eines der beliebtesten Fotomotive im Sperrgebiet. Der Roter Kamm Krater ist ein kreisrunder Meteoritenkrater mitten in der Wüste. Mit 2,5 km Durchmesser erhebt sich Namibias einziger Einschlagkrater ca. 140 Meter über die Ebene und bietet eine fantastische Aussicht. Die Tour dorthin führt durch das Aurosgebirge, wo Du viele der seltenen endemischen Pflanzen entdecken kannst. Dort steht auch der berühmte Felsen mit dem Guckloch. Es ist wie der Umriss Afrikas geformt und Du blickst dadurch genau auf den Roter Kamm Krater. Ein weiteres außergewöhnliches Fotomotiv im Sperrgebiet. Lüderitz und seit dem 21.10.2017 auch Oranjemund sind für Touristen ohne Genehmigung mit dem Auto bzw. Flugzeug erreichbar. Zahlreiche Hotels freuen sich darauf, Gäste zu begrüßen. Hier kannst Du Dich von Deiner Tour durch das Sperrgebiet erholen, den Wüstensand vom Körper duschen und ein eiskaltes Windhoek Lager genießen. Vielleicht triffst Du in Oranjemund freilaufende Oryxantilopen, Strauße oder Schakale, die sich ungehindert entlang der Straßen und auf den Rasenflächen der Stadt oder dem 18-Loch-Golfplatz bewegen? Oder Du schaust in Lüderitz den Wind- und Kitesurfern zu, die bei der jährlich stattfindenden Speed-Challenge immer neue Geschwindigkeitsrekorde aufstellen? Du willst hautnah erleben, wie sich ein Diamantensucher fühlte? Dann haben wir zum Schluss einen extra Tipp für Dich: Melde Dich für den Besuch einer aktiven Diamantenmine an, wie z.B. der Southern Coastal Mine. Dort kannst Du live beobachten, wie heute Diamanten maschinell abgebaut werden. Und Du wirst Dich vor dem Verlassen der Mine einem Ganzkörper-Röntgen unterziehen müssen, wie einst die Minenarbeiter in Kolmanskop. Nervenkitzel inbegriffen, denn angeblich können Erdnüsse oder verschluckte Olivenkerne dabei für Diamanten gehalten werden und Fehlalarm auslösen.

Fotos: Claudia & Wynand du Plessis | https://www.nashorn-nirwana.de/ | https://www.namibia-lovers.com/

 



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