Die Geschichte des Bierbrauens in Namibia - Teil 1

Die Geschichte des Bierbrauens in Namibia

Gut 30 Jahre - von 1884 bis 1915 - war Namibia unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika eine deutsche Kolonie. Davon zeugen noch heute gut 20.000 deutsche Muttersprachler im Land, Jugendstilbauten und Fachwerkhäuser in Städten wie Windhoek und Lüderitz und nach deutschem Reinheitsgebot gebraute Biere. Kannst Du Dir etwas Erfrischenderes vorstellen, als ein Windhoek Lager Bier, das unter der heißen Sonne Afrikas kühl und prickelnd durch Deine Kehle rinnt? Aber wie kam das Bier nach Namibia? Wir haben weit über 100 Jahre zurückgeschaut und interessante Fakten zur Geschichte des Bierbrauens in Namibia zusammengetragen.

 

Wie alles begann

Seit 1884 verwaltete Deutschland seine Kolonie Deutsch-Südwestafrika auf dem Gebiet des heutigen Namibias. Damals war es üblich, alkoholische Getränke aus Europa zu importieren. Das starke europäische Bier allerdings eignete sich weder für den langen Transportweg noch zur Durstlöschung unter afrikanischer Sonne. Darum entstanden ab 1904 kurz nacheinander verschieden kleine lokale Brauereien. Sie brauten leichte durstlöschende Biere, die schnell im ganzen Land ihre Liebhaber fanden. Die Felsenkeller Brauerei GmbH wurde 1907 gegründet und übernahm eine dieser Kleinbrauereien in der Talstraße in Windhoek. Unter der Leitung von Leopold Mahler und mit dem Einsatz von Braumeister Fritz Hummel wurde hier ein hervorragendes Bier gebraut. Sein guter Ruf verbreitete sich schnell in ganz Deutsch-Südwestafrika, die Nachfrage wuchs stetig. 1912 fusionierten Felsenkeller Brauerei und Klein-Windhoek-Brauerei. Am 20. Oktober 1920 kauften Hermann Ohlthaver und Carl List diese beiden Brauereien sowie die Kronen Brauerei in Swakopmund und die Omaruru Brewery im inzwischen unter südafrikanischer Verwaltung stehenden Südwestafrika. Die beiden deutschen Geschäftsmänner hatten bereits ein Jahr zuvor die Ohlthaver & List Group of Companies (O&L) gegründet. Die aus den vier Brauereien hervorgehende South West Breweries Limited (SWB) wurde Teil dieser Unternehmensgruppe. Ohlthaver & List ist heute die größte private Unternehmensgruppe Namibias. Neben der inzwischen unter Namibia Breweries Limited (NBL) firmierenden Bierbrauerei gehören u.a. Immobilienfirmen, landwirtschaftliche Produktions- und Verarbeitungsbetriebe (Fisch, Fleisch, Milchprodukte), Hotels, eine Schiffswerft und eine firmeninterne Charterfluggesellschaft zur Unternehmensgruppe.

 

Doch zurück zum Bier und der South West Breweries Limited.

Hier war 1920 ein Produkt auf dem Markt, das perfekt auf die Bedürfnisse der Menschen in Namibia zugeschnitten war. Durstlöschend, preiswert und dazu noch optimal zu transportieren. Große Lastwagen rollten über die staubigen Pisten Namibias und brachten das erfrischende Gebräu in Tanks zu je 2.200 Gallonen (gut 8.000 Liter) zu den Abnehmern. Die Nachfrage wuchs kontinuierlich und die Südwestbrauerei stieß im Laufe der Jahre an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Darum war eine Erweiterung nur folgerichtig. 1967 vereinigten die Südwestbrauerei Windhoek und die Hansa-Brauerei Swakopmund ihre Betriebe. 19 Jahre lang wurde weiterhin an den beiden bisherigen Standorten Bier gebraut: in der Talstraße in Windhoek (ehemalige Felsenkeller Brauerei) und auf dem Gelände der Hansa Brauerei in der Swakopmunder Rhode Allee. 1986 zog der Teil der Brauerei aus Windhoek ins nördliche Industriegebiet der namibischen Hauptstadt und begann, mit einer hochmodernen Anlage zu produzieren . Diese eröffnete der Südwestbrauerei völlig neue Möglichkeiten. Doch nicht nur für Bierbrauer brachen neue Zeiten an. Ganz Namibia, wie das immer noch unter südafrikanischer Verwaltung stehende Territorium auf Beschluss der UNO seit 1968 hieß, war im Umbruch und Aufbruch. Nach den ersten freien Wahlen 1989 erklärte der Staat Namibia am 21. März 1990 seine Unabhängigkeit. Wie das Land befand sich auch die Brauerei im Wandel. Als ersten Schritt änderte sie ihren Namen - von South West Breweries Limited zu Namibia Breweries Limited. (NBL) Doch das war nur der Anfang.

 



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